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Presse

23.03.2019
OÖ Nachrichten

In der Schweiz Zentralasiens

Von Kirgisistan über Usbekistan nach Tadschikistan fuhr der Hörschinger Fotograf Christian Biemann mit einem altersschwachen Kleinbus – eine abenteuerliche Sache mit Kontaktplus.

Von Klaus Buttinger, 24. März 2019 – 12:30 Uhr

In Kirgisistan fühle man sich wie in der Schweiz, sagt der Fotograf, „immer ist der Horizont von Bergen gesäumt“. Christian Biemann unternahm von der dortigen Hauptstadt Bischkek eine dreimonatige Reise bis nach Tadschikistan. Die Sache begann mit einem Verkaufsangebot auf willhaben.at.

„Dort hat ein Österreicher einen kleinen Bus inseriert“, erinnert sich der Hörschinger. Er flog hin, der Minibus wurde gekauft, und damit war für ihn und Freundin Vanessa das Tor aufgestoßen zu einem – eigentlich ungeplanten Trip. „Das Auto – ein schon älteres Baujahr – hat uns schnell spüren lassen, dass das ein Abenteuer wird“, berichtet Biemann. „Wir haben etliche Werkstätten von innen gesehen – sind so aber auch mit vielen Leuten in Kontakt gekommen. Wenn so ein 1,94 Meter großer Mann aus einem so kleinen Auto steigt, hat das oft gleich das Eis gebrochen“, erzählt er schmunzelnd. Kirgisistan zog die beiden schnell in den Bann. Die traumhafte Landschaft steht im Gegensatz zum entbehrungsreichen Leben der Halbnomaden. Dennoch wurden sie von den gastfreundlichen Viehhütern in ihre Jurten eingeladen – auf ein Glas Kumys, vergorene Stutenmilch.

Tausendundeine Nacht

Wärmer, flacher, unwirtlicher zeigt sich das Nachbarland Usbekistan. In dem Wüstenstaat wurden Vanessa und Christian bezaubert von uralten Städten mit ihren kulturellen Schätzen. „Das Erbe der Seidenstraße macht Spaziergänge durch die Altstädte zu Ausflügen vor Kulissen wie aus Tausendundeiner Nacht“, sagt der Fotograf. Im Gegensatz dazu stehen wieder die jüngeren Stadtteile, in denen ganz klar die Moderne Einzug gehalten hat.

Hoch hinaus ging’s im angrenzenden Tadschikistan, nämlich auf die zweithöchste Fernstraße der Welt, den Pamir-Highway. Imposant: das Pamir-Gebirge mit seinen mächtigen Bergriesen bis hin zu den eisigen Flanken des Hindukusch-Gebirges im afghanisch-pakistanischen Grenzland. „Auch hier, in dieser abgelegenen und lebensfeindlichen Region, wird man überwältigt von der Gastfreundschaft, die nicht selten die Mittel der genügsamen Bewohner übersteigt“, erzählt der beeindruckte Reisende.

Was die drei Länder vereint? „Neben der Gastfreundschaft ist es der verblassende Sowjet-Charme, der im Alltag der Menschen noch deutlich zu spüren ist“, meint Biemann. Seinen Alltag bestreitet er als Servicetechniker für automatisierte Werkzeugmaschinen für eine Paschinger Firma. Darüber hinaus werkt er als Hochzeitsfotograf. Seinem Fernweh ist so nicht beizukommen. Noch hegt er keine Pläne für weitere Abenteuer, nur so viel: „Mich reizen der Iran und der Kaukasus und alle Länder, über die man die Nase rümpft. Ich glaube, es gibt keine Schurkenstaaten, sondern überall freundliche Menschen.“

„Magisches Zentralasien“ lautet der Titel einer Multimedia-Präsentation, die Christian Biemann noch drei Mal zeigt: So., 24. März, 17 Uhr, Rathaussaal, Amstetten Mi., 27. März, 19 Uhr, Gästezentrum (Trinkhalle) Bad Hall Do., 28. März, 19.30 Uhr, Kulturzentrum d’Zuckerfabrik, Enns

Zur Person

Name: Christian Biemann, 32, wohnt in Hörsching, arbeitet in Pasching.
Seine Partnerin ist Buchautorin Vanessa Scharsching („Wer geradeaus fährt, muss betrunken sein“), Bezug über Homepage, s. u.


07.05.2018
Hörschinger Fotograf bei Ausstellung in Linz

Der Hörschinger Fotograf Christian Biemann ist Teil der einzigartigen Ausstellung
„Menschenbilder OÖ 2018“, welche emotionale und ausdrucksstarke Portraits von
oberösterreichischen Fotografen auf sogenannten „Beton-Bild-Bänken“ zeigt. Zu
sehen sind die Objekte noch bis 29. Mai im Volksgarten Linz, im Anschluss in Ried
im Innkreis, in Bad Hall und in Bad Leonfelden.
Von Aristoteles stammt die Aussage, die Natur schaffe immer von dem, was
möglich sei, das Beste. Von der Trefflichkeit dieser Behauptung ist Christian
Biemann überzeugt. Als passionierter Reise- und Landschaftsfotograf stellt er sich
der Herausforderung, die Wesenszüge von Ländern und Leuten aus einem
eigenen Blickwinkel festzuhalten und einem breiteren Publikum zugänglich zu
machen.
Christian Biemanns erster Bildungsweg führte ihn in die Technik. Später
entfachten Reisen in ferne Länder seine Leidenschaft zur Fotografie und ebneten
den Weg für sein zweites berufliches Standbein als Fotograf und Vortragender.
Auf Reisen nach Asien und in den Norden Europas erfuhr er auch bald, dass es
nicht das Beherrschen der Fototechnik ist, welches einfühlsame Aufnahmen
ermöglicht. Denn die Kamera soll nur das Werkzeug dafür sein. Vielmehr sind
Interesse an Land und Leuten, Zeit für sein Gegenüber und Neugierde und
Offenheit die entscheidenden Faktoren für Bilder, die in Erinnerung bleiben.
“Die Arbeit als Fotograf hat meinen Blick auf die Umgebung geschärft. Die
Fotografie ist für mich das Medium meiner Wahl, um Geschichten zu erzählen.
Mit meinen Aufnahmen möchte ich den Betrachter mit auf Reisen nehmen und
meine Begeisterung mit ihm teilen.“
Übrigens, Christian Biemann ist mit seinem Vortrag „NEULAND – 3 Monate in
Zentralasien“ auch Teil des Kulturabo Hörsching | Herbst 2018, am 15. November
zeigt er seinen Multivisionsvortrag im KUSZ Hörsching. Am besten gleich Karten
sichern!
Mehr Informationen unter www.biemann-photography.at.

 

https://www.meinbezirk.at/linz-land/leute/hoerschinger-fotograf-bei-ausstellung-in-linz-d2591771.html


Artikel Nachrichten Interview Naturtyp Georgien Reise und Vortrag

03.09.2016

„Möge Segen über Sie kommen“

Mit Händen und Füßen und der Lautschrift des jeweiligen Landes, verständigt sich der Hörschinger Christian Biemann, wenn er auf einer seiner Reisen Menschen fotografieren will.
Von Andreas Kremsner

Respekt ist mir sehr wichtig“, sagt Biemann. „Ich würde nie jemanden fotografieren, der es mir vorher nicht erlaubt hat.“
Der HTL-Absolvent hat in der Schule Englisch und natürlich Deutsch gelernt. Was also tun, wenn er die Sprache eines Landes überhaupt nicht versteht? „Ich höre den Einheimischen zu und mache mir dann auf Zettel Notizen über die Lautschrift des Gesagten.“
„Mingalaba“, steht da zum Beispiel auf einem der Zettel, die er in Myanmar geschrieben hat. „Möge Segen über Sie kommen“, heißt diese Begrüßung auf Deutsch. Das gesprochene Wort ist in diesem Fall sogar ident mit dem geschriebenen; Segen kann man als Reise-Fotograf, der oft alleine verreist immer gebrauchen.

Auf dem Sprung

Der Hörschinger ist gerade auf dem Sprung, sich als Hochzeits- und Reise-Fotograf ein zweites Standbein aufzubauen. Den Gewerbeschein für Fotografie hat er vor einem Jahr gelöst, derzeit arbeitet Biemann hauptberuflich als Technischer Angestellter bei einem Unternehmen in Pasching.
Seine Leidenschaft zur Fotografie entdeckte er während seiner ersten Reise nach Süd-Ost-Asien, kurz nach der Matura. Wieder zu Hause kaufte er sich eine Fotoausrüstung; sein Abenteuer mit der Kamera begann. „Gemeinsam mit einem Freund bin ich damals durch die Heimat gehirscht und habe Landschaften fotografiert. Wir haben alle Informationen aufgesaugt, die wir kriegen konnten. Wie arbeiten die anderen, um gute Fotos zu machen? Mein Vorbild ist der amerikanische Fotograf Steve Mc Curry geworden.“

Seit dieser Zeit treibt Christian Biemann die Reisefotografie mindestens ein Mal im Jahr für mehrere Wochen ins Ausland, Asien hat es ihm besondere angetan und der Kaukasus.

Seine schärfste Kritikerin ist Freundin Vanessa. „Sie hat ein gutes Auge. Meist verbinde ich bestimmte Emotionen mit Bildern, die andere möglicherweise nicht erkennen. Und das sagt sie mir sofort.“
Oft ist Biemann aber auch allein auf Reisen, wie etwa in Myanmar: „Was mich dort besonders fasziniert, sind die Menschen. Sie sind so Herzensgut und gastfreundlich, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe.“

Silvester im Hochland

Der Hörschinger fliegt gerne vor den langen Wintermoaten in Österreich. Aber nicht in südliche Regionen, sondern meist in unwirtlichere. Silvester 2015 verbrachte er mit Freundin Vanessa im schottischen Hochland:
„Wir haben bei Minus fünf Grad im Zelt übernachtet. Wenn du da in der Früh das Zelt aufmachst, sieht du den Nebel, der in den Tälern liegt. Das bleibt in Erinnerung.“ Biemann ist Morgenmuffel: „Fotos von Sonnenaufgängen habe ich deutlich weniger als von Untergängen.“ Nach dem Aufwachen haben die Beiden auf der Rückbank des Autos gefrühstückt und sind weitergefahren.

Im vergangenen Herbst und Frühling war er in Georgien. „Da heißt es raus aus der Komfortzone, wenn du gute Fotos haben willst. Du musst den Leuten entgegenkommen.“ Vor der Reise hat er das georgische Alphabet (33 Buchstaben, Anm. der Redaktion) gelernt und dann mit Händen, Füßen und Worten Leute angesprochen: „Zum Teil haben die Einheimischen geglaubt, dass ich ihre Sprache fließend spreche. Aber, das hat sich meist schnell erledigt“, sagt er und lacht. Freundlich sind die Menschen, sagt er. Bei einer Reifenpanne im Nirgendwo wurde ihm sofort geholfen. Von der Reise hat er so viel zu erzählen, dass er einen Vortrag hält:

❚ ZUR PERSON
Name: Christian Biemann, 30 Jahre, wohnt in Hörsching; Freundin Vanessa
Beruf: Tech. Angestellter und Hochzeits-Fotograf
Berufung: neugieriger Reisefotograf
Internet: www.im-fokus.at

OÖ Nachrichten
Samstag, 3. September 2016


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